auch wenn das Zeitungsbild eine gewisse Leichtigkeit suggeriert nach dem Muster der Reichstagsverhüllung: Das Höll’sche Brandgemäuer ist nicht der Reichstag, die Gerüstverhüllung nicht Kunst, sondern profaner Zugangsschutz, und im Umfeld herrscht nicht die Leichtigkeit des Seins, sondern große Gefahr. Deshalb ist die Braugasse auch weiter gesperrt. Nicht ohne Grund haben wir nach dem Brand in der Höll-Lagerhalle das Schild „Lebensgefahr“ aufgestellt. Das war keine Panikmache, sondern realistische Gefahrenabwehr. Daran hat sich nach unserer Ansicht nichts geändert. Deshalb haben wir darauf gedrängt, dass die Untere Bauaufsichtsbehörde in Ottweiler als zuständige Behörde Auflagen verfügt hat, damit die Sicherheit der Nachbarn und der Passanten gewährleistet ist. Leider musste ich in dieser Woche noch einmal schriftlich nachhaken, weil wir unter allen Umständen auf den Sicherheitsaspekt Wert legen. Im vorliegenden Gutachten des Ingenieurbüros Franz-Josef Weber sind weder statische Berechnungen durchgeführt worden noch liegt eine Bestätigung über die Standsicherheit vor. Zwar kommt der Ingenieur zu dem Ergebnis, dass eine unmittelbare Gefahr des Einsturzes der Außenwand nicht gegeben ist, dass aber Sicherungsmaßnahmen gegen herabfallende Mauerteile zu treffen sind. Dagegen wird im Inneren des Gebäudes die Gefahr eines Teileinsturzes der Dachkonstruktion nicht ausgeschlossen. Zusätzliche Lasten (Wind, Wassermassen, im Winter Schnee) könnten die Sicherheit weiter beeinträchtigen. Bauexperten haben darauf hingewiesen, dass bei Teileinsturzgefahr im Inneren auch die Möglichkeit besteht, dass die Außenmauern in Mitleidenschaft gezogen werden. Auch hier kann die Standsicherheit also gefährdet sein. Wir brauchen deshalb Untersuchungen, die dies klar ausschließen. Es gibt aber eine bessere und risikolose Variante: Ich erinnere an den einstimmigen Beschluss des Gemeinderats, dass die Gemeinde Illingen in einem Abriss die sicherste Variante zur Gefahrenabwehr sieht. Das wäre die beste Lösung. Diese Auffassung haben wir von Anfang an vertreten.
Wir haben inzwischen Hinweise, dass die Lagerhalle von Kindern und Jugendlichen in der Vergangenheit nicht nur einmal als Aufenthalts- und Abenteuerort genutzt wurde. Das muss sofort ein Ende haben. Im Inneren des Gebäudes herrscht Lebensgefahr. Angesichts der Gefahrensituation empfehle ich dem Eigentümer noch einmal dringend, dass er sich ernsthaft mit dem Vorschlag eines Abrisses befasst. Große Risiken wären auf einen Schlag beseitigt, das Feld wäre frei für die von allen gewollte Erschließung und Bebauung. Und ich bin sicher, die Illinger würden die Firma für ihr Verantwortungsbewusstsein und ihre Einsicht loben. Die Geschäftsführung ermuntere ich: Geben Sie sich einen Ruck. Zerschlagen Sie den gordischen Knoten. Geschieht dies nicht, will ich über die möglichen Folgen nicht spekulieren. Es soll nur keiner sagen, er habe nichts gewusst. Vom Imageschaden ganz zu schweigen...
In der Hoffnung auf eine Lösung grüße ich die Leser und wünsche allen eine gute Woche.
Ihr Bürgermeister Armin König